Ausstellung Galerie Amalienpark, Berlin, 2017 - Dokumentation
Pigmente, Gesteinsmehle, Pflanzenfaser, transparente Japanpapiere, Salz, Baumwolle, Buntstift, Grafit, Kohle, Wachs und Acryl auf Leinwand, je 24 cm x 18 cm
Die hier vorgestellte Hängung hat die Breite von 3 m und die Höhe von 1,20 m.
Meine Arbeit GRAS steht im Kontext einer Auseinandersetzung über die in der Psychiatrie isolierten, künstlerisch arbeitenden Frauen um 1900. Sie schufen Werke von zeitloser Gültigkeit, die in der Prinzhorn Stiftung gesammelt sind. Bei Baden-Baden gab es bis zu den Euthanasiemorden der Nationalsozialisten eine psychiatrische Klinik, die Illenau. Dort haben einige Künstlerinnen gelebt. Es wurde jedem dort lebenden Menschen als Heilmaßnahme ein kleines Gärtchen oder ein Beet zur Bewirtschaftung gegeben. Das Gelände der ehemaligen Gärtchen ist jetzt eine riesige wilde Butterblumenwiese, unangetastet, unbebaut.
GRAS kann für mich Lebenszyklus zeigen, Fruchtbarkeit und Ödnis beinhalten - es kann Spielwiese, somit Verzückung und Versenkung sein. Schweigen kann herrschen, aber auch Gebrumm. Gräser sind eine Ressource für Lebenskraft und können die Vegetation der Erde erhalten. Wenn sie brennen, bleibt ein Keimling unter der Erde erhalten und kann weiterwachsen.
Die Arbeit wird aktuell in 2 Buchobjekten fortgeführt.